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474 v. Chr. ließ der Grieche Hieron von Syrakus, der den Siedlern von Cumae im Krieg gegen die Tyrrhenier zur Hilfe kam, auf einem Felsen 200 m. vor der Insel Ischia die erste Festung errichten.

Nach Hieron nahmen die Partenopäer die Insel ein, später die Römer, deren noble Familien fuer Kuraufenthalte kamen. Goten, Vandalen, Araber, Normannen, Schwaben und die Anjous hinterließen ihre Spuren und verwandelten die ursprüngliche Festung.

Als ein Vulkanausbruch 1301 die Siedlung Geronda zerstörte, flohen tausende Menschen auf den Burgfelsen.

1440 ordnete Alfons von Aragon den Ausbau der Burg an, wie wir sie zum größten Teil jetzt noch sehen. Er verband den Felsen erstmals durch eine Holzbrücke mit Ischia.

Zu Beginn des 18. Jhdts. war die Zitadelle Heimat von fast 2000 Familien; zusätzlich das Klarissen-Kloster, die Abtei der Griechischen Basilianer, der Bischof, sieben Pfarren mit 13 Kirchen und die Garnison. 1809 wurde die Burg von den Briten unter Nelson angegriffen und fast vollständig zerstört. Die letzten Bewohner verliessen den Felsen 1823; die Burg wurde in ein Gefängnis umgewandelt.

BESUCH DER ARAGONER BURG

Der Zugang zur Burg erfolgt durch einen Tunnel, der auf Anordnung von Alfons von Aragon in den Felsen geschlagen wurde. Hier erinnert eine Kapelle an den ischitanischen Heiligen Giovan Giuseppe della Croce.

Ein altes Wachhaus am Ende der Galerie beherbergt das Waffenmuseum.
Nach dem Tunnel gelangt man zu den Ruinen der Kathedrale der Himmelfahrt, 1301 von den Bewohnern der zerstörten Stadt Geronda errichtet. Hier wurde 1509 die Hochzeit der Renaissance-Dichterin Vittoria Colonna mit dem Condottiere Ferrante d`Avalos abgehalten.

Die Kathedrale ist im romanischen Stil mit barocken Ergänzungen errichtet.

Unter der Kathedrale liegt die Krypta mit Fresken aus dem 14. Jhdt, die der Schule Giottos zugeschrieben werden. Bei Restaurierungsarbeiten im Winter 2000 wurde ein Seitenraum mit moeglicherweise noch älteren Fresken und Skeletten entdeckt.

Links von der Kathedrale gelangt man zur Barock-Kirche der Unbefleckten Empfängnis, für die Klarissen errichtet. Die beeindruckende Kuppel prägt die Silhouette der Festung. Hinter der Kirche liegt der Hof des Klarissen-Klosters, das 1575 gegründet wurde. Treppen führen in den Friedhof der Nonnen, die auf ungewöhnliche Weise „beigesetzt“ wurden.

Rechts von der Kathedrale hingegen ist der Eingang in das „Haus der Sonne“, wo lokale Künstler ihre Werke ausstellen. Beim Verlassen dieses Gebäudes erschließt sich die „andere“ Seite der Burg: schattige Wege führen durch Weingärten, Obstgärten, Äcker, vorbei an kleinen Kapellen, und am Kerker, der 1823 für politische Gefangene verwendet wurde. Eine Wandtafel erinnert an die italienischen Freiheitskämpfer. Ein Pfad führt weiter zu einer schönen Terrasse mit traumhaftem Ausblick auf die Nachbarinsel Procida, den Golf von Neapel, die Küste von Ischia und den Wohnturm der antiken Festung, der nicht besichtigt werden kann. Eine Snackbar mit hübscher Terrasse lädt zu einer kurzen Rast vor der Rückkehr in die moderne Welt ein.

Geöffnet April bis November, 9 Uhr bis Sonnenuntergang.

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