Dieses Seemannsdorf bietet einen herrlichen Panoramablick in einem wunderschönen Rahmen zwischen dem Capo di Conca und der Smaragde Grotte, wo das Meer richtig intensiv grün wird.
Conca dei Marini ist eine kleine Gemeinde mit 734 Einwohnern in der Provinz Salerno in der Region Kampanien innerhalb des Territoriums der Amalfi Küste. 1997 hat die UNESCO Conca dei Marini zusammen mit der ganzen Amalfi Küste Welterbe erklärt. Ihr Name entsteht durch seine spezifische geographische Form wie ein Gefäß, hinzu kommt die nähere Bestimmung „dei Marini“, was die unmittelbare Nachbarschaft des Meeres und die von den vielen dort wohnenden Seeleuten – wahren Experten in der Navigationstechnik – gespielte Rolle hervorrufen sollte, so dass die Ortschaft auch als “città dei naviganti“ (Stadt der Seeleute) genannt wird.
Die Ursprünge der Conca dei Marini bleiben für uns etwas unklar. Man ist der Meinung, dass die Ortschaft von den Tyrrhenern unter dem Namen „Cossa“ gegründet worden wäre, und dass die ersten Einwohner, auf Grund der steilen und unregelmäßigen Struktur des Innlandes, sich sofort den mit dem Meer verbundenen Aktivitäten gewidmet haben. 481 v.Ch. wurde es von der Römern erobert, von denen es in einer Kolonie verwandelt wurde. Das kleine Seemannsdorf leistete ihnen einen beträchtlichen Beitrag während des zweiten Punischen Krieges, wobei es sich gegen sie während des Bundesgenossenkrieges im 1. Jh. v.Ch. rebelliert hat.
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches des Westens wurde Conca eine Unterstützungsbasis für die benachbarte Seerepublik Amalfi, wobei es Handelsbeziehungen mit den anderen Mittelmeervölkern unterhielt und seinen eigenen Fleiß auf dem Meeresgebiet noch mehr verbesserte, denn es konnte – wie die Chroniken jener Zeiten berichten – über 27 große Galeonen verfügen.
Nach der Kapitulation der amalfitanischen Republik im 9. Jahrhundert erlebte die Ortschaft einen Zeitraum vorübergehender Krise, die sie danach unter den Schwaben und dann unter den Anjous überwinden konnte, indem der Seeverkehr stärker wieder aufgenommen wurde. Wie viele andere Städte und Gebiete der Amalfi Küste wurde es 1275 ein Lehngut nach der Ankunft der Anjous, aber der Name der Herren entzieht sich nach wie vor unserer Kenntnis. Diese Situation blieb aber nicht unverändert. Durch die nachfolgende spanische Herrschaft, erstens von den Aragoniern und danach durch die Bourbonen, hat sich der Handelsaustausch nach der Entdeckung von Amerika zur Neuen Welt orientiert, so dass es verschiedenen Kapitänen aus Conca gelungen ist, sich zu bereichern und im sozialen Sinne zu wachsen. Die wichtigsten Häfen, wo sie angelegt haben, waren Venedig, Triest, Konstantinopel und Smyrna, und nachher auch Odessa, aber eben in diesen Jahren fing die seeräuberische Aktivität der Türken an, die nicht nur die Handelsschiffe bedrohten, sondern auch die Ortschaften längs der Küsten angegriffen und geplündert haben.
Im Juni 1543 sind fünf türkische Galeonen am Kap von Conca gelandet und haben das Dorf total geplündert, indem sie auch die Kirche von San Pancrazio Martire geschändet und beraubt haben, die dann jahrelang geschlossen und gesperrt blieb. Ein anderer harter Schlag für die Bevölkerung war die Pestepidemie, welche Conca vor allem in den Jahren 1528 und 1556 total hingerichtet hat.
Trotz des bremslosen Niedergangs haben die Handelsschiffe noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts am Hafen angelegt. Das gegen 1700 fertig gestellte Tunfischfangnetz war an der Amalfi Küste total einzigartig und hat bis 1956 überlebt. Nachdem die Bourbonen 1861 von Neapel ausgewiesen wurden, ging Conca dem Königsreich Italien über. Während des faschistischen Zeitraums wurde die Ortschaft Furore an Conca angeschlossen, aber gegen Ende des zweiten Weltkrieges haben sich beide Gemeinde wieder getrennt. Heutzutage orientiert sich die Wirtschaft der Ortschaft hauptsächlich zum Massentourismus. An zweiter Stelle bleiben – auch wenn in kleinerem Ausmaß im Vergleich zur Vergangenheit – der Fischfang und die Landwirtschaft, die vor allem durch den Anbau von Zitronen und kleinen Tomaten gekennzeichnet ist.
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