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La Colombaia

Der Felsenvorsprung vom Zaro auf dem nordwestlichen Endpunkt der Küste Ischias besteht auf einem Lavastrom, der durch die dichte Vegetation des mediterranen Buschwaldes gedeckt ist. Die Zone ist vom besonderen naturalistischen Umweltinteresse, obwohl das Territorium intensiv urbanisiert ist, wobei die ursprünglichen Eigenschaften unberührt geblieben sind. Inmitten dieser Landschaft, zwischen dem Meer, dem Himmel und dem dichten Wald, steht die Colombaia, die mythische Sommerresidenz von Luchino Visconti. Die Colombaia entstand auf Wunsch vom  forianischen Dichter, Schriftsteller und Rechtsberater Luigi Patalano (1869-1954), wie sein Neffe Ignazio Fiorentino mit Nostalgie berichtet: das „weiße Schloss, das die vulkanischen Gesteinen umarmt und das tiefe blaue Meer überragt, versunken im Grünen einer üppigen Vegetation, in der  von den Geräuschen der Menschen weit entfernten Einsamkeit“.

Luigi Patalano, wer aus einer wohlhabenden Familie stammte, die unter anderem auch die “Mezzatorre” besaß, hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Bau der Colombaia verfügt, deren Türme einem mittelalterlichen Schloss ähnlich aussehen sollten, die er während einer Reise durch Frankreich bewundert hatte. Die Beratung seitens des Architekten Roberto Pane hat den Erfolg des Projektes gewährleistet. Luigi Patalano war eine eklektische und faszinierende Persönlichkeit. Sehr oft weilten prominente Gäste in der Villa, wie zum Beispiel Giosuè Carducci, wer von der Schönheit des Ortes total verzaubert wurde. Die mit dem bevorstehenden Ausbruch des Krieges verbundenen Ereignisse haben im Jahre 1938 den sozialistisch geneigten Luigi Patalano gezwungen, die Colombaia und die Mezzatorre an dem Baron Fassini zu verkaufen.

Der Krieg ist aber keine ideale Bühne für das Rampenlicht der Colombaia gewesen, die einen anonymen Zeitraum erlebt hat. Luchino Visconti hatte Ischia schon seit langer Zeit häufig besucht, bevor er sich gegen Ende der fünfziger Jahre auf die Suche eines Hauses begab. Die Colombaia entsprach seinen Erwartungen und durch Beharrlichkeit ist es ihm gelungen, den Baron Fassini davon zu überzeugen, ihm die Villa zu verkaufen. Zu dieser Zeit war der Zustand der Colombaia auch nicht der allerbeste, so dass Visconti sich die Renovierung und die Anpassung an seine Vorstellungen noch bis zu seinem Tod vorgenommen hat. Im Gespräch mit seinen Freunden bezog er sich auf seinen mit Rosensorten verzierten Garten, die er vom Ausland bekam, als Zufluchtsort  für seine Aschen.

Die Colombaia ist heutzutage der Hauptort zum Andenken an Visconti. Seit 2004 befinden sich da die ersten Räume des permanenten Museums, was man an Luchino Visconti in seiner Villa gewidmet hat. Das Projekt und die Durchführung wurden Caterina d’Amico und Piero Rosi anvertraut. Caterina d’Amico ist die Tochter der Drehbuchautorin Suso, Vorsitzende der Nationalen Filmkunstschule und Direktor von Rai Cinema. Piero Rosi ist der Kostümmeister, der seine Karriere mit den viscontinischen Meisterwerken verbunden hat. Mehr als 300 Bilder, Szenenkostüme und andere Gegenstände werden in den Räumen der Villa dem Besucher vorgestellt.

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