Auf Grund der unendlichen Vielzahl von Monumenten, Plätzen und Palästen, die man hier überall finden kann, ist es praktisch nicht möglich, alle künstlerischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten Neapels zu beschreiben. Wir empfehlen einige Strecken, bei denen es unterwegs möglich ist, die meisten Schätze dieser fabelhaften Stadt zu bewundern.

IDAS ALTE ZENTRUM: VON SPACCANAPOLI BIS PIAZZA MERCATO
Diese Zone gilt als das griechisch-römische historische Zentrum, das einem schachbrettförmigen Stadtplan entspricht und durch Achsen – sog. „decumani“ – und senkrechte Straßen – sog. „cardini“ aufgeteilt wird. Hier kann der Tourist folgendes besichtigen:
Platz von Gesù Nuovo: Der Platz übernimmt den Namen der Kirche Del Gesù aus dem 16. Jahrhundert, die man so genannt hat, um diese neue Kirche von einer schon vorhandenen Kirche Del Gesù zu unterscheiden, die nachher als Kirche Del Gesù Vecchio umgetauft wurde. Sie ist eins der besten Musterbeispiele des neapolitanischen Barockstils. Besonders beeindruckend ist die suggestive Quaderfassade mit ihren drei großen Portalen, die den drei internen Schiffen entsprechen. Die Details dieser Fassade erschienen auf der Rückseite der 10 Tausend Lire Banknoten der siebziger und achtziger Jahre.
Kirche Santa Chiara: Sie steht in unmittelbarer Nähe der Kirche Del Gesù Nuovo. Sie wurde 1310 auf Wunsch von Robert von Anjou im gotisch provenzalischen Stil errichtet. 1943 wurde die Kirche durch die Bombenangriffe schwer beschädigt, wobei sie nachher entsprechend ihrem Originalstil restauriert worden ist. In der Kirche befinden sich die Grabmonumente der königlichen Familie Anjou.
Platz San Domenico Maggiore: Der Platz liegt eben im alten Herzen Neapels und wird durch Spaccanapoli, einen der drei “decumani” der griechisch-römischen Stadt, gekreuzt. Der Platz wird von der polygonalförmigen Apsis und der breiten Treppe der gleichnamigen Kirche, sowie durch den zentralen Obelisk, das Palais Corigliano aus dem 16. Jahrhundert, das Palais Sandro di Casacalenda und das Palais Petrucci charakterisiert. Die gegenwärtige Struktur des Platzes entspricht dem Wunsch von Alfons I von Aragonien, wer den Aufbau der großen Treppe neben der Apsis der Kirche verfügt hat. Später wurden die monumentalen Paläste der 16. und 17. Jahrhunderte errichtet, die den Platzperimeter vervollständigt haben.
Kapelle San Severo: Die Kapelle ist in einer seitlichen Gasse der Via San Domenico fast versteckt, aber die Besichtigung dieses atemberaubenden Komplexes ist unentbehrlich. In der Kapelle befindet sich die spektakuläre Marmorskulptur des “Verschleierten Christus” (Cristo Velato) – das Meisterwerk von Giuseppe Sanmartino.
Straße San Gregorio Armeno: Es handelt sich um die weltberühmte Straße der Handwerker mit einer Vielzahl von Geschäften, die sich auf dem Gebiet der Krippenbaukunst spezialisiert haben. Die Straße und die Geschäfte können ganzjährig besichtigt werden, wodurch der Tourist jedes mal in die magische Weihnachtsatmosphäre versetzt wird. Für jede neapolitanische Familie heißt das Weihnachtsfest eine Besichtigung in „San Gregorio Armeno“. Das ist eigentlich das erste was ein Neapolitaner macht, bevor er seine eigene Krippe baut oder erweitert.
Das Unterirdische Neapel: Eine Besichtigung des unterirdischen Neapels ist eine Erfahrung, die Geheimnisse, Geschichten und Legenden der Stadt offenbaren kann. Unter den überfüllten Bürgersteigen und Gässchen von Spaccanapoli, ca. 40 m unter den mit Steinplatten vom Vesuv gepflasterten Straßen der Stadt befindet sich ein breites Netz, was aus Höhlen,
Zisternen, Tunnel und Gruben besteht, womit eine Stadt unter der Stadt gebaut wurde.
Dom: (12. Jahrhundert) Der Dom ist mehrmals rekonstruiert worden. Im Dom befinden sich 110 antike Granitsäulen aus dem fernen Osten und aus Afrika. Es handelt sich um eine der größten Basiliken der Stadt, wo das älteste westliche Baptisterium aufbewahrt wird (Baptisterium von San Giovanni in Fonte). Längs des linken Schiffes öffnet sich der Eingang der antiken frühchristliche Basilika der Heiligen Restituta, die der Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert gegründet hat. Die Basilika entstand auf archäologischen Ruinen aus dem griechisch-römischen Zeitalter, die von den Touristen heute noch bewundert werden können. Der Dom von Neapel besteht ebenfalls aus zahlreichen Kapellen, welche die verschiedenen Perioden der neapolitanischen Kunst und Architektur Jahrhunderte lang widerspiegeln. Eine der wichtigsten Kapellen ist auf jedem Fall die Schatzkapelle von San Gennaro, die zwischen 1609 und 1637 gebaut wurde, wo reiches Mobiliar, Büsten und silberne Reliquiare u. a. aufbewahrt wird.
Piazza Mercato: Er ist einer der bedeutendsten Schauplätze der neapolitanischer Geschichte. Der Platz wird von der Basilika von Santa Maria del Carmine, einer der meist verehrten Kirchen der Stadt, überragt.
VON CASTEL NUOVO BIS ZUR SANITA’
Es handelt sich um das Zentrum von Neapel, eigentlich der Stadtteil, der von den Neapolitanern für repräsentativ gehalten wird, wo sich einige Wahrzeichen der Stadt befinden, wie zum Beispiel:
Castel Nuovo: auch „Maschio Angioino“ genannt (13. Jahrhundert), wurde auf Wunsch von Alfons I von Aragonien gebaut. Seine trapezförmige Grundstruktur ist von einem Graben umgeben, wo die Fundamente der fünf zylindrischen Türme verankert sind. Zwischen den zwei Türmen, die den Zugang verteidigen, befindet sich ein Marmortriumphbogen zur Erinnerung an den Einmarsch des Königs Alfons in der Hauptstadt. Im inneren Teil ist der „Saal der Barone“ zu besichtigen. Der Name ergibt sich aus einer Geschichte, die auf das Jahr 1487 zurückgeht, und zwar als Ferrante I von Aragonien einige Barone, die gegen ihn konspiriert hatten, zu diesem Saal anlässlich der Hochzeit seiner Nichte einlud. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Falle: die Barone wurden gefangen genommen und einige davon zu Tode gebracht. Wie jedes Schloss, das Selbstachtung besitzt, verfügt das „Maschio Angioino“ über einen großen unterirdischen Teil und finstere Gefängnisse. Es gibt sogar eine sogenannte „Zelle des Krokodils“, was der Legende nach sich von den Gegnern der Könige sowie von den unglücklichen Liebhaber der Königin Johanna ernährte.
Galerie Umberto I: (1887-1890) Die Galerie verfügt über einen eleganten Marmorfußboden und ist 57 m hoch, wobei sie von einer herrlichen Deckung aus Glas und Eisen überdacht wird.
Theater San Carlo: Es handelt sich um das älteste lyrische Theater der Welt, welches am 4 November 1737 anlässlich des Namentages von Karl von Bourbone eröffnet wurde, auf dessen Wunsch aufgebaut worden war.
Piazza Plebiscito: Es ist ohne Zweifel der bekannteste Platz von Neapel, aber gleichzeitig der allergrößte und repräsentativste der Stadt. Der Platz wird sehr gut von vier Bauwerken abgegrenzt: die Kirche des Heiligen Franz von Paola, das Königliche Palais, das Palais Salerno und das Palais della Foresteria. Im Zentrum des Platzes stehen Reiterstatuen des Meisters Antonio Canova, die Ferdinand I und Karl III von Bourbone darstellen.
Königliches Palais: (13. Jahrhundert) Das Werk wurde von Domenico Fontana realisiert. Beeindruckende Fassade und Nischen mit Statuen von wichtigen Persönlichkeiten des neapolitanischen Königreiches. Im inneren Teil befinden sich ein herrliches Museum, das Hoftheater sowie die reiche Nationalbibliothek.
Nationales Archäologisches Museum: Es handelt sich um das wichtigste Archäologische Museum Europas nicht nur dank der Funde aus den Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum sondern auch durch die zahlreichen Sammlungen, die ägyptische Sektion sowie durch die Säle, wo Gegenstände vom großen künstlerischen und geschichtlichen Wert dargestellt werden. Dazu kommen noch die Borgia Sammlung der etruskischen und ägyptischen Antike sowie die alte Münzsammlung Santangelo.
Friedhof delle Fontanelle: Es geht um ein enormes Beinhaus in Tuffsteinhöhlen, wo tausende von Knochen und Schädel makabere architektonische Strukturen bilden. Der Friedhof ist von der Kirche der Maria Santissima del Carmine auf der Via Fontanelle zugänglich. Eben in diesem Friedhof kann man sehen, wie eng die Neapolitaner mit den Traditionen und dem Totenkult verbunden waren. Die Devotion bis hin zur „Anbetung“ des Schädels sowie die Aufstellung von Votivbildern und schriftlichen Mitteilungen in den Reliquiaren war Ausdruck eines Gleichgewichtes zwischen dem Heiligenkult und der volkstümlichen Devotion der Seelen im Fegefeuer. Die unzähligen Votivurnen des Friedhofes delle Fontanelle sind Opfergaben der Gläubigen für die mittels der Fürbitte leidender Seelen erhaltenen Gnaden. Die „Maste“ sind jene Votivfrauen des neapolitanischen Volkes, die nach der lokalen Tradition, besonders sensibel für den Kult der leidenden Seelen gewesen sind, und tausenden von Gläubigen bei der Suche der besonders genesungs- und läuterungsbedürftigen Seelen geholfen haben.
DIE MEERESSTRASSE: VON DER CHIAIA BIS POSILLIPO
Es handelt sich um die Zone der Uferstraße, die von der Chiaia bis nach Posillipo führt.
Castel dell’Ovo: Es entstand vielleicht im 5. Jahrhundert n. Ch. als Kloster basilianischer Mönche, das im 12. Jahrhundert in eine Festung umfunktioniert wurde. Im 18. Jahrhundert wurde es erweitert und verwandelt.
Villa Comunale: Dieser Stadtpark wurde vom Carlo Vanvitelli gegen Ende des 18. Jahrhunderts durchgeführt.
Via Posillipo: Es handelt sich um die Panoramastrasse, die von Mergellina bis oben nach Posillipo führt. Von da aus kann man ein atemberaubendes Panorama des ganzen Golfes von Neapel bewundern.
DIE HÜGEL: VOM VOMERO BIS CAPODIMONTE
Vomero: Es entstand im 19. Jahrhundert im einem grünen Gebiet, was schon durch das herrliche Panorama berühmt war. Die kleinen Villen im Jugendstil stehen heute da von modernen Gebäuden umgeben. Der Vomero ist einer der lebhaftesten und luxuriösen Stadtviertel von Neapel.
Castel Sant’Elmo: Dieses mittelalterliche Schloss wurde in der Vergangenheit „Paturcium“ genannt. Es steht gerade dort, wo eine an den Heiligen Erasmus gewidmete Kirche ab dem 10. Jahrhundert stand. Dieses mächtige Bauwerk (das flächengrößte Schloss der Stadt) wurde zum Teil direkt auf den Felsen gebaut und war ursprünglich ein normmanischer Aufsichtsturm, was „Belforte“ (Schöne Festung) genannt wurde. Durch seine strategische Bedeutung war das Schloss immer ein sehr angestrebter Besitz: von seiner Lage aus (250 m auf dem Meeresspiegel) kann man die ganze Stadt, den Golf und die Straßen, die von den umgebenden höheren Gebieten bis zur Stadt führen, kontrollieren. Heutzutage ist das Schloss ein permanentes Museum, wo ebenfalls zeitliche Ausstellungen, Messen und kulturelle Aktivitäten organisiert werden.
Kartause San Martino: Die Kartause ist eins der größten monumentalen Bauwerken von Neapel. Neben der Königlichen Schatzkapelle von San Gennaro ist die Kartause absolut eins der schönsten Musterbeispiele der Barockarchitektur und –Kunst in der Stadt. Sie steht neben dem Castel Sant'Elmo. Im Dezember 2010 hat die Oberaufsicht für die Kultur- und
Landschaftserbe der Provinz Neapel den Hügel, wo sich die Kartause befindet, als „Nationalmonument“ erklärt, wodurch er wie eine Statue, ein Schloss oder ein Palais, Bestandteil der italienischen Kulturerbe wurde.
Königlisches Palais von Capodimonte: Das Palais steht inmitten der grünen Vegetation des gleichnamigen Hügelparks, von dem man einen einmaligen Panoramablick von Neapel genießen kann. Karl von Bourbone war ein leidenschaftlicher Jäger, der hier ein Jagdgebiet einrichten wollte. Danach hat er das Projekt erweitert und hat ein Palais aufbauen lassen, wo die wertvollen farnesischen Sammlungen aufbewahrt werden sollten. Inmitten des riesengroßen Waldes befinden sich die Hütte von Vittorio Emanuele II, das sog. Jagdgebiet der Königin, die Kapelle von S. Gennaro, das Gebäude der alten Porzellanmanufaktur, was Karl von Bourbone 1737 gegründet hat, die Einsiedelei der Kapuziner sowie die Fasanenzuchtgehege. Im Königlichen Palais befindet sich zur Zeit das Nationale Museum von Capodimonte, wo mehr als 1700 Kunstwerke, eine der schönsten Malereisammlungen Italiens sowie eine breite Auswahl von Gegenständen der westlichen und orientalischen Kunst, vorwiegend aus dem Mittelalter, aufbewahrt werden.
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