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Die Katakomben Neapels

KATAKOMBE VON SAN GENNARO
Die Katakombe von San Gennaro besteht aus Ebenen, die nicht aufeinander stehen. Der ursprüngliche Kern befindet sich in der Verwendung bzw. Erweiterung eines sog. „Unteren Vorraumes“, was gegen Ende des 2. und Anfang des 3. Jahrhunderts realisiert wurde. Ab diesem Zeitpunkt entstanden die Vorräume der unteren Katakombe entsprechend einem breiten waagerechten Ausgrabungsplan. Die obere Katakombe hat mehrere Entwicklungsphasen gehabt: auch diese entstand in einem antiken Grab, was wir heute „Oberen Vorraum“ nennen und im wesentlichen dank der Fresken vom Gewölbe des späten 2. Jahrhunderts bekannt  ist. Die Elemente, welche die obere Katakombe charakterisieren, sind die kleine „Krypta der Bischöfe“ und die majestätische „Basilica Maior“ – eine echte unterirdische Basilika. Die erste befindet sich neben dem Grab von San Gennaro, wo einige der ersten neapolitanischen Bischöfe bestattet wurden, die zweite entstand durch eine Änderung der Nebenräume, die man im 5. Jahrhundert vorgenommen hat, als die sterblichen Reste von San Gennaro verlagert wurden. Die dreischiffige  “Basilica Maior” wurde vollständig im Tuffstein ausgegraben, wo zahlreiche Fresken zu bewundern sind.


KATAKOMBE VON SAN SEVERO
Die Katakombe ist eng mit der Erinnerung an den Bischof Severo verbunden, wer diesen Ort für seinen Grab gewählt hat. Von dieser Katakombe bleibt uns nur noch ein kleines Cubiculum und sozusagen die Andeutung einer mysteriösen Verlängerung, die man kaum zwischen den Fundamenten einer irregulären und unvernünftigen Bauweise erkennen kann und das gesamte Gebiet des Stadtviertels Sanità charakterisiert. Drei Arcosolien befinden sich auf den noch überlebten Seiten des Cubiculums: das zentrale Arcosolium sowie das linke sind noch teilweise vollständig und haben die dekorative malerische Struktur aufrechterhalten. Das rechte Arcosolium ist leider fast komplett zerstört. Im rechten Arcosolium werden fünft Persönlichkeiten porträtiert: im Zentrum steht ein junger Patrizier, links stehen zwei Persönlichkeiten, die als S. Petrus und S.  Gennaro identifiziert wurden. Auf der rechten Seite stehen S. Paulus und S. Severo. Infolge des Diebstahls der Relikten von S. Gennaro im 9. Jahrhundert wurde befürchtet, dass man auch die Relikte der anderen extra moenia bestatteten Bischöfe stehlen könnte. Demzufolge wurde beschlossen, die sterblichen Reste des Heiligen ins Stadtinnere zu bringen. Im Falle von S. Severo wurden sie zur städtischen Basilika San Giorgio Maggiore überführt.


KATAKOMBE VON SAN GAUDIOSO
Von der Basilika Santa Maria della Sanità kommt man zur Katakombe des Afrikaners S. Gaudioso, wer wahrscheinlich im Jahre 439 in Neapel nach der Verfolgung durch Genserico – arianischen König der Vandalen –, angekommen  ist. Seit der Überführung der Relikten von S. Gaudioso ins Stadtinnere (9. Jahrhundert) blieb der Ort praktisch in Verlassenheit, bis das älteste Bild der Muttergottes in Neapel (5. – 6. Jahrhundert) gefunden wurde. Ein merkwürdiges Element ist die Art und Weise wie die Schädel in den Gangswänden bestattet wurden sowie die Öffnung einer neuen Zone unter der Krypta, was den sogenannten „seditoi“ gewidmet wurde, die umgangsprachlich  „cantarelle“ oder „scolatoi“ genannt werden. In anderen Worten handelt es sich um direkt im Tuffstein geschlitzte Sitze, unter die eine Vase gestellt wurde. Die Verstorbenen wurden auf diesen Sitzen verlassen bis sie ausgetrocknet waren, um dann bestattet zu werden. In den Gangsseiten befinden sich Cubicula mit wertvollen bemalten oder mit Mosaik dekorierten Arcosolien aus den 5. – 6. Jahrhunderten, die mit christlichen Symbolen – Schaf, Pfau und Weintrauben – verziert sind.